Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Frau Brüllen ruft in ihrem Blog jeden 5. des Monats dazu auf, zu beschreiben, was man denn eigentlich so macht, den ganzen lieben langen Tag so. Ich verfolge das nun schon eine Weile und finde das sehr witzig, was andere da so aufschreiben. Diesen Monat möchte ich mich auch einmal beteiligen.

7.30Uhr

Der Wecker klingelt. Schlaftrunken torkele ich ins Wohnzimmer, wo der Mann ruht. Aus Schnarchgründen zieht jede Nacht einer von uns dorthin, und nein, ICH bin es nicht, die schnarcht! Ich sage ihm, dass ich die ganze Nacht kein Auge zugetan habe, weil das Kind mich jede 1,5 Stunde gerufen habe. Brav hat er den Wink mit dem Betonpfeiler verstanden, schickt mich noch einmal ins Bett und sagt, er mache das schon. Ich leg mich also noch einmal eine halbe Stunde hin, während der Mann todesmutig das Kind weckt, Frühstück macht, es anzieht und in den Kindergarten bringt. So eine Arbeitslosigkeit kann ja auch Vorteile haben, man muss sie nur sehen.

9.00Uhr

Ich raff mich endlich auf. Ja, ok, war etwas mehr als eine halbe Stunde und eigentlich hätte ich schon längst vor dem Rechner sitzen müssen für eine Übersetzung. Ging aber heut mal eben nicht. Ich frühstücke in aller Ruhe, während der Mann eh meinen Rechner und mein Arbeitszimmer für wichtige Bewerbungsgespräche besetzt. Da die Zeitung, für die ich arbeite eine Wochenzeitung ist und immer donnerstags erscheint, ist heut sowieso ein etwas ruhiger Tag.

10.25Uhr

Ich mache mich auf zu meiner Pilatesstunde. Eine klasse Lehrerin gibt hier im Dorf Unterricht. Der Weg ist nicht weit, Dorf eben, in fünf Minuten bin ich da. Eine Stunde Muskeln anspannen und Powerhouse-Atmung. Yeah!

11.45Uhr

Ich komme zurück nach Hause. Jetzt endlich mal los, ran an den Rechner und etwas schaffen. Übersetzungen, Emails, Social Media und Co warten auf mich.

13.00Uhr

Der Mann hat Essen gemacht. Also Reste aufgewärmt. Wir hatten heute beide keine große Lust auf Kochen. Seit zwei Monaten krebst er nun schon zu Hause rum. Er wurde von seiner Firma hängengelassen, die ihm einen Spitzenjob versprach…der nie kam. Ein wahre Beziehungsprobe ist das mittlerweile.

14.00Uhr

Etwas Mittagspause. Nach der Nacht bin ich immer noch sehr müde.

16.00Uhr

Die Tochter wird aus der Kita abgeholt. Schnell noch einen kleinen Snack und ab ins Schwimmbad. Wir gehen zweimal die Woche schwimmen und genießen es sehr. Wer mehr darüber lesen mochte, bitte hier entlang.

18.00Uhr

Nach dem Schwimmen bleiben wir immer noch ein bisschen auf dem Spielplatz hängen. Die Cousinen sind auch da, gemeinsam mit dem Bruder des Mannes und dessen Frau, die nämlich gleich hinter dem Schwimmbad wohnen. Das Kind freut sich immer riesig auf die Cousinen (4 Jahre und 5 Monate) und spielt sich noch eine Runde kaputt.

20.00Uhr

Wir kommen zu Hause an. Jetzt Abendessen vorbereiten. Dann wird das Kind wohl wieder früher als sonst ins Bett wollen. Schwimmbad-Tage sind gute Tage, um einen frühen Feierabend zu genießen. Ich werde dem Kind noch etwas vorlesen, heute aus dem Buch ‚klassische Kindergeschichten aus der DDR‘. Ich fühl mich dann immer selbst noch einmal in meine Kindheit versetzt. Und dann noch etwas auf dem Sofa chillen. Fertig.