Der Sommer ihrer Kindheit

Der Sommer in Andalusien ist sehr lang und sehr heiß. Ganz langsam, aber sehr langsam geht er seinem Ende entgegen. Die Temperaturen sind zwar immer noch hoch, aber erträglicher. Die Ferien gehen endlich zu Ende. Knapp drei Monate hatte Elisa schulfrei. Amelies Kindergarten war den kompletten August geschlossen. Eine wahre Herausforderung. Nicht für mich, sondern für die andalusische Oma. Sie betreute die Kinder den gesamten Sommer über. Ich hatte ein paar Tage frei, der Mann hat meistens unter der Woche frei und arbeitet am Wochenende, sodass wir uns da auch etwas reinteilen konnten. Aber den großen Teil hat die Großmutter übernommen, gut dass wir sie haben. Die Mädchen lieben sie auch wirklich sehr, auch wenn mir nicht immer alles gefällt, was da so bei den Großeltern passiert. Aber ich darf mich nicht beschweren, sie kümmern sich um meine Kinder, während ich meiner Arbeit nachgehen darf. Meine Arbeit macht mir nämlich Spaß und ist wichtig für mich. Ich möchte nicht auf sie verzichten.

Auch wenn wir keinen gemeinsamen Urlaub hatten war es trotzdem ein toller Sommer. Ein Sommer voller Freude, Lachen und Gekicher, voller neuer Entdeckungen und Erfahrungen, ein Sommer der in ihren Erinnerungen bleibt. Wir haben Sterne beobachtet, waren ganze Tage nur im Wasser, haben viel gemalt und ja auch viele Filme gesehen. Elisa hat Tauchen gelernt, sie schwimmt unter Wasser wie ein Fisch. Amelie braucht keine Windel mehr, spricht wie ein Wasserfall und ist nirgends zu bremsen.

Geburtstag

Geburtstag

Beide hatten im Sommer Geburtstag, Elisa wurde 5 Jahre alt, Amelie vor kurzem 2 Jahre. Und es ist einfach unglaublich, wie viel Entwicklung in den letzten Wochen steckt. Groß sind sie geworden. Und das merkt man nicht nur an der Kleidung. Sie sind tolle Geschwister geworden. Die große Schwester zeigt der kleinen viele Dinge, sie lernen so wahnsinnig viel voneinander. Da ist natürlich sehr viel Blödsinn dabei, aber auch das macht das Geschwisterdasein ja aus.

Sie genossen den Sommer in vollen Zügen. Rannten barfuß durch Opas Garten, sprangen kreischend in den Pool. Bei den Großeltern in Deutschland sind sie von Strauch zu Strauch gezogen, um Beeren abzuklauben. Abends hatten sie schwarze Füße und ein lachendes Herz. Genauso muss Sommer sein, genauso muss Kindheit sein.

Ich habe mich absichtlich nicht mit ihnen hingesetzt, um ihnen irgendwelche Aufgaben zu erklären. Zahlen und Buchstaben lernen oder dergleichen. Viele Kinder in ihrem Alter machen das schon mit ihren Eltern, ich bin kein großer Fan davon. Drei Monate Ferien sind lang und sicherlich wird es Elisa schwer fallen, den Einstieg ins Schulleben wieder zu finden. Aber ich wollte ihr auch drei Monate Freiheit geben. Einmal so richtig Langeweile haben und lernen sich mit sich selber zu beschäftigen, kann eine Herausforderung sein. Und auch das haben beide diesen Sommer gelernt. Ich finde es sehr wichtig, dass beide sich auch mal langweilen, um dadurch neue Ideen zu kreieren. So haben sie neue Sachen für sich entdeckt. Sie finden es herrlich Krabeltieren zuzuschauen, Ameisenstraße sind aber auch faszinierend. Mittlerweile kann Elisa stundenlang malen und geht ganz und gar in ihren Kreationen auf und erfindet Geschichten dazu. Auch Amelie hat großen Spaß daran und so verbringen die beiden viel Zeit malend, das sieht man leider auch an unseren Wänden. Nicht immer wird nur auf Papier gemalt, vor allem Amelie hat diesen Sommer große Freude daran entdeckt unsere Wände zu verschönern. Nun, in ein paar Jahren werden wir dann also wieder renovieren, vorher macht das wohl keinen großen Sinn.

kleine Künstler

kleine Künstler

Ich freue mich einfach, dass die beiden diesen Sommer in vollen Zügen genießen konnten. Amelie wird sich später nicht mehr daran erinnern können, doch Elisa wird hoffentlich einige schöne Erinnerungen aus ihrer frühen Kindheit bei sich behalten.