Wer einmal eine Reise tut

Reisen mit Kind, ja wer kann da kein Lied von singen? Haben wir doch alle schon hinter uns, kleine brüllende Zwerge auf unseren Beinen zu wiegen, um sie zu beruhigen. Auch ich habe es mir dieses Jahr nicht nehmen lassen, mit meinem Minimensch alleine nach Deutschland zu reisen, um die Feiertage zu genießen. Papa muss leider arbeiten, also machen wir Mädels los. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich alleine mit ihr in die Lüfte gehe.

Fing auch alles gut an. Die Zeit am Flughafen schlugen wir mit Sitzbankwettklettern, Wachsstiftweitwurf und ähnlichem tot. Drin im Flugzeug hatten wir richtig Glück und eine ganze Sitzreihe für uns. Alles super! Sobald der Zwerg etwas nörgelig wurde, knipste ich das Tablet an. Mit drei Trickfilmen war ich gut ausgerüstet. Schwuppdiwupp hatten wir um uns herum einen Kindergarten geschaffen. Da gesellte sich die kleine Sofia zu uns, ungefähr im Alter meiner Tochter. Die beiden Prinzessinnen verstanden sich auf Anhieb, stützten den kleinen Kopf auf die Hände und tauschten sich mit ihren Brabbellauten über die Qualität des Films aus. Belegte Brote wurden geteilt und der ein oder andere Schnuller gleich mit. Auch Tom, schon etwas größer war mit von der Partie. Ihm waren die beiden Mädels zwar nicht ganz geheuer, doch die Trickfilme interessierten ihn schon ganz schön. Ganz Mann ignorierte er das Gebrabbel einfach, und konzentrierte sich ganz auf Bugs Bunny als handele es sich um das Champions League Finale Real Madrid-Bayern München. Und so verging die Zeit dann doch fast schon wie im Flug. Schön dachte ich mir, das war ja heute einfach!! Haha, denkste, Pustekuchen! Der harte Teil kam erst noch.

40 Minuten Anflug mit angeschnalltem Baby können zur Hölle werden, wenn das Kind sich stemmt und wehrt und kreischt wie am Spieß. Klitschnass, sowohl Tochter vom Schreien als auch Mama vom Aushalten, kamen wir endlich unten an. Und was sehe ich….da docken die doch grad eine Treppe an den Ausgang des Flugzeugs, Busse warteten ebenfalls. Denken die wirklich, dass ich hier jetzt mit 11 Kilo-Tochter, zwei riesigen Handgepäckstaschen plus Laptop dazu eingehüllt in ewig warme Winterjacken hier die Treppe runterbalanciere? Ja dachten die! Die Busfahrt dauerte gefühlte fünf Stunden in denen meine Arme abwechselnd tot von mir abfielen. Endlich am Gepäckband angekommen, ließ dieses auch 40 Minuten auf sich warten eh es in Gang gebracht wurde und mein nun mittlerweile lang ersehnter Kinderwagen an mir vorbeirollte. Kaum hatte ich das Kind hineingesetzt kam auch schon unser Koffer, hurraa!!!! Fix und fertig schmiss ich mich ins Auto meiner Eltern…ab nach Hause! Nachts um eins kamen wir endlich an, und was wartete da auf uns, besser gesagt auf meine Tochter? Saß doch da im Hochstuhl mein alter Teddybär, frisch gewaschen und fast wie neu. Wusste gar nicht, dass es den noch gibt. Überraschung gelungen, Reise doch noch gut abgeschlossen.

Gute Nacht!

2014-12-22-21-32-00