Wenn nichts mehr geht

Erschöpft, ausgelaugt, kraftlos. Das beschreibt mich momentan sehr gut. Und das liegt nicht am Weihnachtsstress, den habe ich nämlich eigentlich nicht. Ich bin einfach fertig. Seit zwei Jahren schlafe ich nicht mehr. Ich arbeite Vollzeit, habe zwei kleine Kinder und das sagt ja eigentlich schon alles. Wenn Schlaf fehlt geht gar nichts mehr. Ich kann damit leben, nicht ordentlich zu essen, generell Stress zu haben, zu rotieren ohne Stillstand. Das alles geht, wenn ich wenigstens mal ein paar Stunden am Stück schlafen darf. Darf ich aber nicht, und das geht jetzt schon zu lange. Der Körper streikt. Ich bin ständig krank, mir fehlt der Antrieb. Auf Arbeit gebe ich Vollgas, arbeite acht Stunden am Stück und ohne Pause um rechtzeitig nach Hause zu kommen, damit ich die Mädels pünktlich abholen kann. Den Nachmittag verbringen wir gemeinsam, immer. Es ist schön, dass das geht und ich genieße es sehr, dass ich arbeiten kann und trotzdem als Mutter nicht zurückstecken muss. Doch dann kommen die Nächte. Jede Nacht hoffe ich, dass beide Kinder schlafen, doch irgendwas ist immer. Ihr kennt das. Ist es nicht das Kleinkind ist es die Große, oder wie diese Nacht gleich alle beide. Erst hat sich die Kleine um Mitternacht im Bett übergeben. Also das volle Programm mit Dusche, Bett neu beziehen, Kind neu anziehen, Waschmaschine anstellen, Kind neu in den Schlaf begleiten. Um 3.30Uhr wachte die Große auf, ein Gespenst sei in ihrem Zimmer. Ich konnte sie beruhigen, sie schlief wieder ein. Um 4.30Uhr wachte sie erneut auf, ein weiteres Gespenst. Um 5.30 Uhr klingelte mein Wecker.
Ich habe es einfach so satt. Nur mal eine Nacht durchschlafen. Das wünsche ich mir für Weihnachten. Ich kann damit leben, dass die Kinder mäkelig sind, was das Essen angeht, auch wenn es nicht schön ist. Ich kann damit leben, dass sie nachmittags sehr einfordernd sind, weil sie viele Stunden ohne mich waren. Ich kann damit leben, dass sie nörgeln, trotzen oder was auch immer. Aber bitte, bitte, lasst mich doch mal schlafen. Mal ausruhen. Mal entspannen. Mir tun die Augen weh vor Müdigkeit. Ich verliere meine Geduld mit den Mädels, habe keine Energie mehr.
Ich weiß, es ist alles nur eine Phase, aber bitte, wann hört die endlich auf? Manchmal komme ich nachmittags nach Hause und denke nur noch: „Ich kann nicht mehr.“ Ich weiß, es gibt viele Mütter denen es so geht, ich bin nicht allein. Hilft aber leider auch nur begrenzt.
Wie ist es bei euch? Habt ihr das auch durchgemacht? Was hat geholfen?