Wenn nichts mehr geht, Teil 2

Wir waren im Urlaub. Zu viert. Weihnachten in Deutschland, bei meinen Eltern und zwei Tage Berlin. Es war eine wunderschöne Vorstellung. Die Mädels mit ihren deutschen Großeltern, wir Eltern entspannt am Tisch sitzend, viel Lachen, viel Essen, viel Fröhlichkeit. Das war der Plan. Viel Müdigkeit. Das war die Realität. Während Kind1 nach wie vor schlief wie ein Stein, wurde es mit Kind2 noch komplizierter. Jede Nacht wurde es schlimmer. Manchmal schrie sie über eine halbe Stunde lang durch, ließ sich nicht beruhigen, schien ganz schlimme Alpträume zu haben. Der Mann und ich wechselten uns ab. Eine Nacht er mit dem Zwerg im Bett, eine Nacht ich. So konnte ich wenigstens mal ein paar Nächte ungestört im kuscheligen Keller meiner Eltern schlafen. Doch leider ließ und lässt sich Kind2 meistens nur von mir beruhigen. Während sie beim Mann lange schreit, muss sie bei mir nur meine Hand auf ihrer Stirn spüren und sie wird ruhiger. Hilft nicht immer, aber oft.
Das macht es für mich natürlich nicht leichter. Mittlerweile ist Kind2 zum absoluten Familienbettschläfer geworden. Was ja an sich kein Problem ist. Nur haben wir sie eigentlich mit ihrer Schwester zusammen ins Zimmer gelegt, sie schläft in einem normalen Bett und ich muss mich jetzt jede Nacht dazulegen. Sie schläft trotzdem unruhig, fängt an zu weinen, hat weiterhin schlechte Träume wie es scheint. Wir sind langsam am Ende mit unserem Latein. Wir versuchen den Tagesablauf so ruhig und routiniert wie möglich zu gestalten. Haben Rituale, die das Kind entspannen sollen, singen zum Einschlafen Lieder, versuchen Aufregungen in den Abendstunden zu vermeiden. Es hilft alles nichts. Ich sitze wieder im Büro mit Augenringen wie ein Pandabär und versuche über den Tag zu kommen. Irgendwann wird es besser. Muss ja. Aber wie soll es bis dahin weitergehen? Wir haben mittlerweile Angst vor den Nächten. Wenn es daran geht, die Kinder ins Bett zu bringen werden der Mann und ich spürlich nervöser. Also auch nicht so, dass es sich auf die Kinder übertragen würde, doch ich merke, dass besonders wenn die Kinder dann eingeschlafen sind, wir angespannt sind, es kann ja jederzeit weder losgehen, mit diesem Geschrei und diesen Alpträumen. Oder haben wir dieses Mal vielleicht doch eine gute Nacht erwischt und Kind2 schläft besser? In einigen Foren habe ich darüber gelesen, dass eine Behandlung bei einem Ostheopathen bei manchen Kindern geholfen hat. Hat jemand Erfahrung damit? Vielleicht sollten wir doch einmal den medizinischen Weg gehen? Schlimmer kann es ja eigentlich nicht werden.