Schwanger in Spanien – Hitzetipps

Wie ich gehört habe, ist es in Deutschland auch gerade sehr angenehm warm. Das mag manche freuen und manche leiden darunter, wie beispielsweise Schwangere. Auch hier in Andalusien ist die Hitze angekommen, sie wird uns bestimmt wie jedes Jahr bis mindestens Mitte September erhalten bleiben. Eigentlich macht es mir ja nach neun Jahren im Süden nichts mehr aus, im eigenen Saft zu sitzen und zu schwitzen. Doch jetzt, mit Babybauch im Endstadium kann es schon mal unangenehm werden. Was ich dagegen mache? Das erzähl ich euch jetzt:

  1. Immer schön langsam. Die Andalusier sind ja nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt und das hat auch seinen guten Grund. Es ist einfach unmöglich, bei 38 Grad sich normal zu bewegen. Auch ich habe fünf Gänge runtergeschaltet, lege etliche Pausen ein, mal hinsetzen, mal hinlegen, mal dort ein Wasser trinken, mal hier kurz anhalten und plauschen. Das gewohnte Tempo geht einfach nicht mehr, und man sollte es auch nicht erzwingen.
  2. Cool bleiben. Auch wenn es definitiv keine Umweltschutzmaßnahme ist, aber ohne Klimaanlage geht hier nichts. Ok, die Spanier drehen sie bis zum Anschlag runter, ich bin da gemäßigter und stelle sie so ein, dass der Raum zwar gekühlt wird, aber nicht gleich einem Eisschrank ähnelt. Alternative: Eimer mit Eiswürfeln füllen und Füße reinstellen.
  3. Selbstbewusst ist die Frau. Andalusierinnen sind sehr selbstbewusste Frauen, auch was Mode angeht. Da habe ich schon einiges dazulernen dürfen. Wäre ich früher nie in Sportsachen auf die Straße gegangen, zählen solch bequeme Textilien heute zu meinen Dorfoutfits mit dazu. Manches, was man hier so sieht kann auch abschreckend sein, wie 90 Kilo-Frauen in weißen Leggings und kurzen Shirts, aber ok, ich ab mich dran gewöhnt. So zieh auch ich mit meiner Megaplautze kurze Shorts und leichte Shirts an. Mir egal, es ist heiß. 13691114_1750512451895987_7187681696967800277_o
  4. Wasser. Unter 2 Litern Wasser am Tag geht hier gar nichts. Trinken, trinken, trinken. Dafür kann man dann auch aller 15 Minuten auf die Toilette gehen und ist, mit viel Glück, wenn das Kleinkind abgelenkt ist, mal 1 Minute allein.
  5. Dunkelheit. Auch wenn es einem komisch vorkommt, ist das Sommerlicht doch etwas Wundervolles, werden hier nachmittags die Rollos runtergelassen. Das hält die Hitze ab, in die Häuser zu kriechen. Gelingt bei uns nur solala, wir wohnen im letzten Stockwerk und die Sonne prasselt direkt über uns drüber. Bei meinen Schwiegereltern funktioniert es aber prächtig. Dafür leben sie von Juli bis September wie in einer Höhle.
  6. Kühler Genuss. Da ich wieder einmal in den Genuss von Schwangerschaftsdiabetes gekommen bin, kommt normales Speiseeis nicht für mich in Frage. Deswegen gibt es hier jetzt jeden Nachmittag selbstgemachtes Eis aus gefrorenen Früchten, die ich mit einem griechischen Jogurt zusammen in den Standmixer haue. Ja, ein Cookie-Kinder-Oreo-Becher wär mich auch lieber, aber das Leben ist halt kein Ponyhof.
  7. Plitschplatsch. Wir haben das Glück, dass meine Schwiegereltern einen kleinen Pool in ihrem Garten haben. Dort bin ich jetzt (nach dem wahnsinnig gesunden zuckerfreien Eis) zu finden. Ich bin die, die auf der Poolnudel treibt und das Kleinkind anmeckert, nicht so doll zu spritzen.    IMG_20160705_174358

8. Pädagogisch wertvolle Dinge tun. Oder auch: Fernsehen. Wenn es so heiß ist, kann man draußen echt nichts machen, es sei denn, man möchte Kindesbeine auf der Rutsche braten. Bei uns läuft daher auch gern mal Biene Maja in Endlosschleife, denn langsam wird es mühsam, mit dem dreijährigen Kind auf dem Boden rumzutollen und es spielerisch zu beschäftigen. Also Sofa und TV. Muss auch mal gehen.

 

Und wie handhabt ihr die Sommertemperaturen mit Babybauch?