Schinkenbrot vs. Schlemmereien

Das neue Jahr ist da und alle reden nur von den guten Vorsätzen. Ganz oben mit dabei ist natürlich das Abnehmen. Mindestens fünf Kilo müssen runter. Mein Tipp: schwanger werden. Häh? Wie soll das gehen? Wird man ja bekannterweise kugelrund als werdende Mutter. Das schon, doch danaaaaach, ja danach sieht alles anders aus. Jedenfalls wenn man ein Wirbelwindkind hat wie ich. Vorbei die schönen gemütlichen Momente des Kochens und Genießens. Früher war ich eine leidenschaftliche Köchin und Bäckerin. Habe alles Neue ausprobiert, geschlemmt, geschleckt und verspeist. Klar, ich hatte ja auch Zeit, regelmäßig das Sportstudio aufzusuchen. Das war ein guter Rhythmus, trainieren, um dann gleich wieder essen zu können.

Jetzt sieht das Ganze anders aus. Tagsüber kommt ich kaum dazu, mal was Ordentliches zu kochen. Viel lieber will ich die Zeit, die meine Tochter im Kindergarten ist dafür nutzen erstens zu arbeiten, zweitens durch die Wohnung zu schrubben oder drittens noch etwas zu arbeiten. Kommt das Kind aus dem Kindergarten gehört all meine Zeit nur ihr. Lange Spaziergänge, Kinderschwimmen oder ein Ausflug zum Spielplatz stehen auf dem Programm. Meine Tochter verspeist natürlich während unsere Aktivitäten zahlreiche Kekse und Fruchtriegel. Dabei ist sie immer in Bewegung, nicht mal zum Obstschlecken bleibt das Kind stehen. So komme ich gar nicht auf die Idee, vielleicht auch mal vom Keks oder Riegel abzubeißen. Ist Abendbrotzeit bin ich viel zu sehr damit beschäftigt, dass meine Tochter in Ruhe und gut isst, als dass ich an meine Verköstigung denken könnte. Wenn sie dann schläft bin ich meist viel zu müde, etwas Leckeres für mich zuzubereiten. Vielleicht noch ein Jogurt und fertig. Und so kommt es dann, dass ich mittlerweile sechs Kilo weniger als vor der Geburt wiege. Ich möchte mich nicht beschweren, um Himmelswillen! Ist doch toll, wie das so geklappt hat. Und doch vermisse ich meine Schlemmereien und Schleckereien. Einmal wieder Zeit und Lust haben, etwas ganz Großes zu kochen. Mal wieder Teig anrühren und einen tollen Kuchen zaubern. Ich habe es versucht und in kläglich gescheitert. Meine Muße ist weg. Ich lese immer noch jeden Tag die ausgefeilten Rezepte auf alle möglichen Seiten wie lecker.de und Co. Hhhmmmmm, das müsste man mal ausprobieren…denke ich mir. Und dann stehe ich in der Küche und schmiere mir doch nur ein Brot mit Schinken. Ich hoffe, mein Genuss-Ich kommt irgendwann wieder zurück zu mir. Spätestens, wenn ich meiner Tochter das Kochen beibringen will, oder? Ich stelle mir das manchmal schon vor, wie wir beide gemeinsam in der Küche stehen und Gemüse schnippeln und Soßen anrühren. Ich meine, wie geil wär das denn, wir beide in Andalusien einen Sauerbraten vorbereitend….hhhmmm!!! Bis dahin wird noch viel Zeit vergehen, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, oder wie war das?

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