#Momsrock – Das habe ich nicht nur gut, sondern großartig gemacht

„Ich mach das eigentlich verdammt gut!“ Ehrlich gesagt denk ich mir das schon ab und zu, ganz im Stillen. Nicht, dass ich es aussprechen oder gar nach Lob hecheln würde, doch manchmal, nach einem anstrengenden Tag, nachdem das Kind friedlich und mit einem Lächeln eingeschlafen ist, denke ich: „Doch, das habe ich ganz gut hingekriegt.“ Bin ich deswegen eingebildet oder arrogant?

Als Bloggerin bin ich noch ganz frisch, als Mutter etwas länger, anderthalb Jahre, im Geschäft. Mit meiner Tochter habe ich schon einiges miterlebt. Sie kam nicht ganz einfach auf die Welt und musste zwei Wochen auf Station bleiben. Ich durfte als stillende Mutter mit ihr im Krankenhaus ‚wohnen‘, was manchmal nicht ganz leicht war, da wir Mütter, deren Kinder auf Station waren, uns ein Zimmer teilen mussten. Fünf spanische Mamis und ich in einem Raum, achso, ich vergaß zu erwähnen, wir leben in Südspanien. An viel Ruhe war da nicht zu denken. Oft klingelten Handys mitten in der Nacht und ganz leise sprechen iberische Damen ja auch nicht immer. Aber, wir haben das alles top hingekriegt und den Wurm bald mit nach Hause nehmen können.

Einmal dort wurde es aber auch nicht unbedingt das Paradies. Meine Tochter hatte sich fest vorgenommen, nicht mehr als 2 Stunden am Stück zu schlafen und auch das Stillen klappte nicht mehr ganz so. Ich sah aus wie ein Zombie gemischt mit den Augenringen eines Pandabären. Doch auch das haben wir, also Papa und Mama, gut überstanden und durften uns nach 5 Monaten über die erste etwas ruhigere Nacht freuen. Ich weiß, ich weiß, ich stehe da nicht alleine da, und es gibt Kinder, die schlafen bis 14 Monate nicht durch. Aber ich kann das echt nicht. Ich brauche meinen Schlaf!!! Sonst geht gar nix.

Hier in Spanien ist der Mutterschutz nur vier Monate lang, danach muss Mami wieder arbeiten gehen. Ich wollte meine Tochter nicht wirklich den ganzen Tag bei Oma lassen, aber es ging ja nicht anders. Für die Kinderkrippe war es mir mit vier Monaten noch zu früh. Jeden Morgen tat es mir total leid, sie da einfach so abzugeben. Das Glück brachte uns jedoch nach Budapest, wo wir 9 Monate leben durften. Es waren neun sehr sehr schöne Monate. Und irgendwie ging es auch ohne Omas Hilfe und arbeiten konnte ich trotzdem. Wenn mein Minimensch schlief konnte ich meiner Tätigkeit nachgehen. Wir haben neue Freunde gewonnen, sowohl meine Tochter als auch ich, die wir wieder zurück in Spanien doch ganz schön vermissen. Und wir haben uns noch einmal neu kennengelernt. Aus Mama und Tochter ist ein eingeschworenes Team geworden. Uns kann niemand!

Und so plätschert nun die Zeit so dahin. Ich gebe mir Mühe, dass meine Tochter genügend von der deutschen Kultur mitbekommt und nicht nur von der spanischen Kultur und Familie eingenommen wird. Das kann manchmal ein ganz schöner Kraftakt sein. Früher hatte ich das gar nicht so bemerkt, dass Spanien und Deutschland sooooo unterschiedlich sind, was Traditionen und Gefühle angeht. Doch mit Kind ändert sich das schlagartig. Während meine spanische Familie nicht verstehen kann, dass meine Tochter keine Ohrringe trägt (normalerweise werden Babys mit 2 Wochen die Löcher gestochen), ist es für mich unbegreiflich, dass es kein schönes Holzspielzeug gibt, und Mädchen sonntags wie Prinzessinnen herausgeputzt werden. Jungs hingegen dürfen immer in Jogginganzug herumtoben. Das ist doch doof! Meine Tochter darf auch sonntags im Sportanzug auf den Spielplatz, ok er ist rosa ich gebs zu, aber trotzdem! Und genau diese Dinge finde ich, habe ich ganz gut gemacht. Auch wenn ich damit in meinem Dorf zur ‚Hippiemutti‘ abgestempelt werden.

Die Zufriedenheit, die mein Minimensch ausstrahlt, das Lächeln das sie mir schenkt, wenn sie aufwacht und das Vertrauen, das sie mir schenkt, wenn ich ihr abends ‚LaLeLu‘ vorsinge und sie schweigend meine Hand hält und langsam die Augen schließt, geben mir die Bestätigung, dass das alles so richtig und gut ist.1396723_90762446