KiTa Eingewöhnung in Andalusien

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Die erste Woche Eingewöhnung ist rum. Eines kann ich schon sagen: Bei Kind2 läuft es definitiv komplizierter ab. Während Kind1 schon nach wenigen Tagen fröhlich und heiter in ihre Kita spazierte und oft sogar den Abschiedkuss vergaß, war es anfangs bei Kind2 ein täglich dramatischer Abschied.

Seit einer Woche geht Kind2 in den Kindergarten. Sie ist jetzt genau ein Jahr alt, ich habe wieder angefangen zu arbeiten und auch finde ich es ein gutes Alter, um sie mit anderen Kindern zusammenzubringen. Die erste Woche war eine wirklich schwere Woche. Die Eingewöhnung in Spanien, oder jedenfalls in Andalusien läuft so ab, dass die Kinder die erste Woche zwei oder drei Stunden in der Einrichtung verbringen. Die Übergabe findet an der Tür statt, die Eltern betreten den Kindergarten eigentlich nicht. Schon am zweiten Tag hatte Amelie raus, was da vor sich geht und fing an zu weinen, sie sich der Kita näherte. Normal, immerhin war sie ein Jahr lang fast ausschließlich mit mir zusammen und auf einmal ändert sich ihre komplette Welt.

Nach eine Woche jedoch fand sie es schon gar nicht mehr so schlimm, weinte nicht bei der Übergabe, die Erzieherin erzählte mir, dass Amelie sich gut einlebt. Seit dieser Woche isst sie bereits Mittag dort und ich hole sie 13.30 Uhr ab. Sie scheint zufrieden zu sein. Sie kommt nicht so freudestrahlend aus der Kita wie Kind1 damals, aber sie ist auch ein anderer Charakter.

So ähnlich sich beide nach der Geburt waren, als Babys, so unterschiedlich sind sie mittlerweile. Die Große war als Kleinkind stets offen, hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, grüßte jeden im Dorf bei unseren Spaziergängen. Sie liebte ihre Erzieherin im Kindergarten von Anfang an. Umarmte sie jeden morgen und freute sich auf den Tag. Die Kleine ist auch offen für alles, findet alles lustig und kichert über alles. Doch neue Dinge sind ihr suspekt. Veränderungen findet sie nicht gut habe ich das Gefühl. Wir müssen es langsam angehen lassen.

Dass sie sich jetzt auch noch alle Viren nach Hause holt, macht die Sache nicht besser.  Die Nächte sind kurz, kürzer, am kürzesten. Husten und Schnupfen machen Amelie jetzt auch noch zu schaffen.  September ist hier einfach kein guter Monat, um mit Schule und Kindergarten zu starten. Das Wetter ist zwar noch sommerlich, aber die Temperaturen schwanken dabei furchtbar. Frühmorgens ist es frisch, mittags haben wir 36 Grad und abends ist es wieder kalt. Die Klimaanlagen in allen Einrichtungen erledigen den Rest. Momentan ist die ganze Familie krank. Das erleichtert jetzt den Eingewöhnungsprozess nicht unbedingt. Beide Kinder sind anhänglich, kränkeln vor sich hin und sind etwas leidlich. Aber wenigstens hat Elisa wieder ihren Spaß in der Vorschule. Ihre Freunde hat sie ganz schön vermisst. Und die Routine. Alles läuft bei uns besser, wenn wir in der Routine sind. Klingt langweilig, ist mir aber lieber. Schon deswegen versuche ich auch Amelie an diese Routine zu gewöhnen, denn ich bin mir sicher, dass es ihr dann richtig gut gehen wird.

Der Kindergarten an sich ist eine Schau. Er wurde erst vor einem Jahr in unserem Dorf eröffnet, er ist groß, lichtdurchflutet, hat einen schönen Außenbereich, auch wenn hier natürlich das Grün fehlt. Grünflächen sind ja allgemein hier sehr spärlich. Die Spielsachen sind noch komplett neu, vieles sogar aus Holz, auch ein Fakt, der nicht selbstverständlich ist in Andalusien. Vom ersten Elterntreffen war ich auch überzeugt. Man sagte uns, dass die Selbstständigkeit der Kinder von Anfang an gefördert werden sollte. Sie dürfen alleine essen, können sich frei bewegen und mit den anderen spielen. Auch das ist hier nicht selbstverständlich. Ab und zu sollen Workshops mit Kindern und Eltern veranstaltet werden. Es gibt eine Bibliothek und den Kindern wird regelmäßig vorgelesen. Klingt jedenfalls alles sehr gut.

Ich bin gespannt, was uns dieses Jahr noch so bringen wird. Denn auch wenn ich gerne in meiner Routine verharre, langweilig wird es eigentlich nie bei uns. Wer den Blog verfolgt weiß das ja.