Impfen in Spanien – man hat keine Wahl und das ist gut so

Die Nachrichten, die mich aus Deutschland erreichen, erschrecken mich. 2015 sollte die Krankheit Masern als ausgerottet gelten, jetzt ist ein Kleinkind daran gestorben. Ein Kind, das das Alter meiner Tochter hat.

Ich frage mich, was ist passiert? Wann ist es dazu gekommen, dass Eltern eine solche Angst vor Impfungen bekommen haben, dass sie ihre Kinder vor ihnen ’schützen‘ möchten? Spiegel-Autorin und Ärztin Heike Le Ker schreibt in ihrem Kommentar genau richtig: Anstatt Eltern dazu zu zwingen, ihre Kinder zu impfen, muss man ihnen die Angst vor einer Impfung nehmen und sie mit guten Argumenten überzeugen.“

Ich muss zugeben, ich bin froh, dass ich eine solche Entscheidung in Spanien nicht treffen muss. Es herrscht Impfplicht und ich finde das gut so. Schon bei der Geburt meiner Tochter wurde ihr kurze Zeit später die erste Impfung verabreicht. Wir waren noch im Krankenhaus, da die Geburt nicht ohne Komplikationen verlief. Man fragte mich nicht einmal, ob ich das möchte. Es wurde geimpft. Mit dem Neugeborenen zu Hause angekommen, lag im Briefkasten der Impfkalender. Er wird, sobald ein neuer Erdenmensch die iberische Halbinsel erreicht an die frisch gebackenen Eltern verschickt. Der Kinderarzt erinnert ebenfalls an alle Impfungen, die zu machen sind. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, ob ich mein Kind impfen sollte oder nicht. Für mich ist es ganz normal, es gehört genauso zum Kinderkriegen wie die Routineuntersuchungen und der Lutscher danach.

Ich bin in der DDR aufgewachsen, auch dort herrschte Impfplicht. Es kamen die Kinderärzte in die Schule, wenn Impfungen anstanden. Alles wurde dokumentarisch im Impfpass festgehalten. So ist es auch bei meiner Tochter. Es gibt die obligatorischen Impfungen, die kostenlos vom Staat bereit gestellt werden. So wird beispielsweise die Dreifachimpfung gegen Masern, Röteln und Mumps mit 12 Monaten und zur Auffrischung mit drei Jahren verabreicht. Auch alle anderen gefährlichen Kinderkrankheiten werden abgedeckt. Dazu gibt es noch zusätzliche Impfungen wie zum Beispiel gegen Meningitis. Auch die zusätzlichen Impfungen, die von den Eltern selbst bezahlt werden müssen, haben wir unserer Tochter gegeben. Was man hat, das hat man, dachten wir. Das spanische Gesundheitswesen macht seine Sache gut. Ich kenne keine Impfgegner in meinem Freundeskreis. Ich kenne auch niemanden, der Angst davor hat, seinem Kind die Impfungen zu geben. Wir haben bei diesem Thema kein Mitspracherecht, und ehrlich gesagt, brauch ich das auch nicht. Manchmal ist es gut, wenn einem Entscheidungen abgenommen werden und man sich so das unnötige Hin- und Her-Überlegen erspart. Auch hier sagt Le Ker ganz passend: „Impfen ist keine Privatsache….vor allem dann nicht, wenn ungeimpfte Kinder in die Kita oder zur Schule gehen.“

Hier gehts zum Artikel von Le Ker

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von Terrorpüppi