Guten Tag, ich möchte mich vorstellen bitte

2o14Budapest-83

Jetzt bin ich hier. Ich wollte eigentlich schon sooooo lange einen Blog verfassen, sagt doch alle Welt, über dich und deinen Alltag solltest du mal schreiben. Also, mein Alltag ist folgender: Seit fast neun Jahren leben ich hier in Südspanien, genauer gesagt in einem kleinen Dorf zwischen Málaga und Marbella. Mein Mann ist Spanier, meine Schwiegereltern somit auch. Kennt ihr noch das Buch ‚Maria, ihm schmeckt’s nicht‘? So ungefähr sieht es bei uns auch aus.Meine Schwiegermutter heißt übrigens auch Maria und kocht wie eine Wilde den ganzen Tag.

Als wir noch ein ’normales‘ Paar ohne Kind waren ist mir der kulturelle Unterschied ja gar nicht so aufgefallen. Doch jetzt, mit Elisa dazwischen muss ich sagen: Die spinnen die Spanier, wenigstens manchmal. Die Spanier werden wohl das Gleiche von mir denken, hier im Dorf bin ich die Hippiemutti die ihr Kind wie einen Rucksack trägt und dem armen Mädchen immer noch keine Ohrlöcher verpasst hat. So kann ich Elisa noch so rosa und mädchenhaft anziehen wie ich will. Beim täglichen Spaziergang im Dorf höre ich von allen Seiten „Süß der Junge“. Komisch finde ich, den Rock oder das Kleid sehen sie nicht, aber das Fehlen der winzigen Löcher in den Ohren fällt ihnen sofort auf. Ich glaube, das sind angeborene Radaraugen, die auf der iberischen Halbinsel genetisch bedingt sind. Was nicht ins Muster passt wird sofort erkannt, da sind die echt schneller als jeder Scanner an internationalen Flughäfen. Macht aber nix. Elisa ist auch als ‚Junge‘ supersüß und wird von allen geknuddelt und betätschelt. Denn da haben die Spanier weit die Nase vorn, was das Thema Kinderliebe angeht. Sie sind ganz verrückt nach Kindern. Da weiß ich ganz genau. Meine Tochter wird es hier sehr gut haben und vom Dorfe behütet aufwachsen.

Jetzt habe ich eigentlich gar nicht viel von meinem Alltag erzählt, doch leider muss ich los, auf zu Schwiegermutter lecker spanischen Eintopf essen 😉