10 Dinge, an denen du merkst, dass du ein autonomes Kleinkind zu Hause hast

Ich liebe es, mein kleines Kind. In etwas mehr als einem Monat wird es 3 Jahre alt. Meine Tochter wird immer selbstständiger, will Dinge ausprobieren, experimentieren und hat zu allem eine eigene Meinung. Das ist ganz wunderbar, doch manchmal etwas anstrengend. Sie ist autonom, und das merke ich besonders daran:

  1. Papier ist out, Möbelgestaltung ist der neue Trend. Wer will schon auf schnödem Papier, vielleicht auch noch mit langweiligen Malvorlagen malen, wenn es doch viel bessere Hintergründe gibt? Der Fußboden, Badewannenrand, Regale, Mamas liebstes Kochbuch, die Balkontür….ach, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  2. Phasenweise. Das autonome Kind zeichnet sich dadurch aus, seine Essvorlieben in Phasen einzuteilen. 1 Woche lang nur Wiener Würstchen, 4 Tage nur Butterbrot, 10 Tage vornehmlich Käsescheiben. Mütter, die sich nicht an den vorgegeben Speiseplan halten und gar versuchen Ausgewogenheit hineinzubringen müssen mit kleinen spitzen Schreien bis hin zu augewachsenen Wutanfällen seitens des Kindexemplares rechnen.
  3. Waschzwang. Mutter eines autonomen Kleinkindes bist du, wenn du frühmorgens sofort den frühstücksbefleckten Schlafanzug des Kindes mit der Hand auswäschst, hoffst und bangst, dass er bis zum Abend trocken ist, da das Kindexemplar auf dieses eine Nachtkleid besteht. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies eventuell bereits zu klein, zu ausgewaschen oder gar kaputt ist.
  4. Mutprobe. Ganz mutige Mütter bewahren Schokoladenvorräte in ganz normalen Küchenschränken auf. Das autonome Kleinkind hat einen ausgeprägten Geruchssinn, der auf Schokolade und Gummibärchen spezialisiert ist. So sollten Vorräte besser hermetisch an einem immer wieder veränderten Standort abgelagert werden, möchte man Quengeleien bezüglich der Zuckeraufnahme desKindexemplares weitestgehend vermeiden.
  5. Taschenkontrolle. Rucksäcke sind die neuen Wickeltaschen. Hatte man als Mutter die Hoffnung, ab einem gewissen Alter des Kindes endlich wieder eine vorzeigbare Handtasche präsentieren zu dürfen, die im besten Fall auch noch modisch ist, werden Mütter von autonomen Kleinkindern schnell merken, dass dem nicht so ist. Selbst auf kurzen Wegen müssen Steine, Äste, Puppen, Stifte, Apfelspalten und Saft verstaut werden. Gegen Wechselkleidung ist auch nichts einzuwenden. Schnell ist so der Allzweckrucksack ins Taschenregal eingezogen.
  6. Schuhtick. Mutter eines autonomen Kleinkindes bist du auch, wenn du frühmorgens Lego-Duplo-Steine in deinen Schuhen vorfindest, das Kind dir verbietet, sie zu entfernen und dir in weisem Ton erklärt, dass die Steine jetzt dort wohnen. Praktisch, dass Muttertiere meist über gut sortierte Schuhschränke verfügen und man dem Kind einen solchen Tick auch einmal durchgehen lassen kann, falls man auf die morgendliche Ruhe Wert legt.
  7. Textfestigkeit. Autonome Kleinkinder lieben Lieder, dabei kommt es nicht auf die Vielzahl an, sondern auf die Wieserholung. Mütter dieser Kinderexemplare zeichnen sich daher durch besondere Textfestigkeit bei bespielsweise Frozen-Soundtracks oder Gerhard Schöne Weisheiten aus.
  8. Affentheater. Autonome Kleinkinder sind unberechenbar. Heute blau, morgen gelb, heute Apfel, morgen Pizza. Und aus diesem Grund führt das Muttertier mehrmals am Tag ein wahres Affentheater auf. Spickt Spieße der Essensbelustigung, sticht Gurkensterne aus, rollt auf dem Boden gemeinsam mit Steinen und Blättern, schaut nachts nach den aktuellen Bastelvorlagen und lässt sich während der Mittagspause von den neuesten Diy-Ideen inspirieren. Bei den meisten Kindexemplaren mag dies Erleichterung verschaffen, doch in harten Fällen ist dies nur zur Beruhigung des schlechten Gewissens seitens des Muttertiers dienlich.
  9. Blossstellung. Autonome Kleinkinder zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie ihre Muttertiere gerne in der Öffentlichkeit bloß stellen. Das fängt bei Essgewohnheiten an und geht bei ganz alltäglichen Dingen weiter. „Meine Tochter mag überhaupt keine Erdbeeren“, sagte ich zu einer Freundin. Gleich darauf verputzte das Kind 2 Schüsseln selbiger Frucht. „Eigentlich läuft sie ganz gern“, meinte ich zu einem Bekannten. Kurz drauf schmiss das Kind sich auf den Boden, nicht willig wenigsten fünf Schritte zu tun.
  10. Suchtgefahr. Sind sie auch manchmal noch so anstrengend, kann man in manchen Momenten nicht nachvollziehen, warum sich das Kind nun auf den Boden schmeißt, haben autonome Kleinkinder doch eines gemeinsam: Sie sind allesamt zuckersüß und man kann nicht genug von ihnen bekommen. Man erlebt ganz wunderbare Momente mit ihnen, entdeckt die Welt noch einmal neu und freut sich jeden Morgen auf den Moment, an dem sie die Augen öffnen und das Muttertier voller Liebe anstrahlen.